Feeling des Monats

Gelassenheit – warum sie so wichtig ist und wie du sie schnell lernst

Warum Gelassenheit so wichtig ist

Das Feeling in diesem Monat, die Gelassenheit, war Anfangs für mich eine sehr große Herausforderungen im Alltag! Aber der eigene Alltag zeigt es mir, wie wichtig es ist, einfach mal seine Gedanken auf das Wesentliche zu lenken und mehr Gelassenheit in unser aufbrausendes Gefühlschaos zu bringen.

Viel zu oft ärgere ich mich über die schief laufenden Kleinigkeiten im Leben. Da bringt die nicht warm werdende Dusche, der Papierstau im Drucker oder der Langsamlatscher vor mir mich völlig auf die Palme. Dann verliere ich jede Contenance und brodle innerlich. Manchmal bringt dann auch der abstürzende PC oder der Verkehrsstau in dem ich am hintersten, und damit meine ich allerhintersten Ende stehe, die Hutschnur echt zum Platzen. Dann geht alles mit mir durch. Und auch meinem Umfeld bleibt es nicht verborgen, dass ich mich, gelinde gesagt, grade sehr sehr sehr ärgere.

Und unsere Verhaltensmuster in diesen Situationen wiederholen sich, obwohl wir es ja eigentlich besser wissen müssten. Die kleinsten Dinge im Alltag können uns völlig aus der Fassung bringen. Aber warum schafft dies der idiotische Fahrer vor uns, die nervige Kollegin oder der immer wieder abstürzende PC?

Wir fühlen uns ungerecht behandelt und vom Leben betrogen, verlieren die Geduld uns um diese Nebensächlichkeiten zu kümmern. Denn meist sind all die Dinge, die uns besonders reizen, diejenigen, die wir gar nicht beeinflussen können. Und hinzu kommt, meist sind sie gar nicht wirklich wichtig.

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Und dann reagieren wir in diesen Situationen aus dem Affekt heraus, unüberlegt, reflexartig. Kurz: wir reagieren einfach menschlich.

Dabei hat doch alles das nichts mit dem zu tun, was uns selbst, neben Job, Familie und der Liebe wichtig ist. Denn das alles hat gar nichts mit uns selbst zu tun. Und sollten wir selbst uns nicht einfach am Wichtigsten sein?!

Aber meist gehen wir einfach ein wenig unter im Alltagstrubel. Und all dem Ärger, der unseren Alltag begleitet. Wie bereits bei meinem letzten Glückstipp beschrieben, verkennen wir uns somit unseren Blick auf die schönen Dinge, um die es eigentlich in unserem Leben gehen sollte. All das, was uns glücklich macht.

Lohnt es sich wirklich über die Bürostreitigkeiten so aufzuregen, in der Beziehungsunzufriedenheit tagtäglich aufzugehen oder das Alleinsein zu betrauern und sich immer an einen anderen Ort zu wünschen als an dem, wo man sich grade befindet? Und gibt es nicht eine Möglichkeit dieses Gefühl zu ändern?

Die schlechte Nachricht ist: Meist sind wir so sehr im Aussen damit beschäftigt, uns über die Ungerechtigkeiten im Leben zu ärgern und über unser Gegenüber zu schimpfen, dass wir vergessen haben, dass der Schlüssel für die Vermeidung von all dem Übel bei uns liegt.

Die gute Nachricht ist: Ja! Es gibt eine Möglichkeit dieses schon seit vielen Jahren vorhandene Verhaltensmuster in ärgerlichen Situationen zu ändern. Denn Gelassenheit können wir lernen!

 

Aber was bedeutet Gelassenheit überhaupt?

Gelassenheit beinhaltet die Fähigkeit, vor allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit, Nervosität und Stress.

Gelassenheit ist eine innere Einstellung, schenkt dir Ruhe und Klarheit. Gelassenheit hilft dir vor allem in schwierigen Situationen inneren Frieden und Ausgeglichenheit zu behalten. Wenn du gelassen bist, bist du ganz du selbst. Dann kann nichts und niemand dich mehr beeinflussen, ärgern oder aus der Fassung bringen.

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Wann ist Gelassenheit wichtig?

Eigentlich ganz einfach. Denn wir sollten die Dinge einfach erst mal hinnehmen wie sie sind. Der idiotische Autofahrer fährt halt nun mal grade vor mir. Punkt. Und selbst wenn ich tobe, schreie, hupe und vor Ärger ins Lenkrad beisse, meist bleibt er einfach da – idiotisch fahrend vor mir.

Mir hilft in schwierigen Situationen vor allem der Spruch:

Ich wünsche mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann;

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;

und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Denn wichtig ist, erst einmal heraus zu finden, ob es sich hierbei um Dinge handelt, auf die wir einen Einfluss haben. Und auch wenn es mit einem „ja, aber…“ beantwortet werden kann. So werdet ihr mir bei näherer Betrachtung zustimmen können, dass auch ein Papierstau mit gewissem Geschick durch uns behoben werden kann und auch der Verkehrsstau je nach Abzweigung von uns umfahren werden kann. Aber, dass dieser Umstand nun grade jetzt so eingetreten ist, darauf haben wir keinen Einfluss. Und selbst wenn wir die Schuld für einen Umstand tragen, sollten wir uns fragen, noch bevor die aufbrodelnde Glut in uns ausbrechen kann, ist dies wirklich wichtig? Wir erinnern uns, das Wichtigste, neben Job, Familie und der Liebe sind wir selbst.

Also hat dieses Missgeschick etwas mit mir sehr selbst zu tun? Oder ist es einfach ein Fehler, der jedem mal passieren kann und darf; von dem die Welt grade nicht unter geht?

Wir sollten einfach aufhören ständig einen Schuldigen zu suchen. In den anderen oder in uns selbst. Und auch ist das bestehende Missgeschick nicht auf eine gesamt-universale Verschwörung zurückzuführen.

 

Die 10 Gebote der Gelassenheit

Johannes XXIII., Papst von 1958 bis 1963, hat zehn Gebote der Gelassenheit aufgestellt. Sicherlich wäre es sehr ambitioniert all diese Gebote an einem Tag auszuleben, aber vielleicht reicht es auch einfach sich jeden Tag eines zu beherzigen. Denn obwohl diese Gebote schon vor zig Jahrzehnten formuliert wurden, haben diese in meinen Augen bis heute nichts von ihrem Alltagsbezug und ihrer Klarheit verloren und sind vielleicht für unsere Generation wichtiger denn je:

1. Leben: Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Sorgfalt: Nur für heute werde ich die größte Sorge für mein Auftreten pflegen: vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemand kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern, nur mich selbst.

3. Glück: Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin, nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

4. Realismus: Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Lesen: Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Handeln: Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen, und ich werde es niemand erzählen.

7. Überwinden: Nur für heute werde ich etwas tun, das ich keine Lust habe, zu tun; sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8. Planen: Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: Hetze und Unentschlossenheit.

9. Mut: Nur für heute werde ich fest glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemand in der Welt.

10. Vertrauen: Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben. Mir ist es gegeben, das Gute während zwölf Stunden zu wirken; mich könnte es entmutigen, zu denken, dass ich es das ganze Leben durchsetzen muss.

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Wie können wir Gelassenheit im Alltag erlernen?

Ich habe dir in kleinen praktische Übungen zusammengefasst, wie du Gelassenheit im Alltag erlernen kannst. In Übungen, die mir in Notfällen und im gesamten Alltag wirklich weitergeholfen haben und die ich heute noch in schwierigeren Momenten praktiziere.

Notfall-Übung: Sich eine kurze Auszeit nehmen, wenn möglich aus der Situation raus gehen und deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken. Hierbei kann ein kurzer Spaziergang zum Kiosk um die Ecke helfen, das Autoradio auf volle Lautstärke drehen und laut mitgrölen oder auch einfach nur mal kurz nach lustigen Sprüchen über die nervigsten Kollegen im Internet suchen. Und suche dir ein Notfall-Mantra! Ein „Fuck it!“ (op kölsch: et kütt wie et kütt) ist nicht nur befreiend, sondern auch belegt hilfreich!

Übungen für Konsequente: Eine morgendliche Kurzmeditationen mit einem Gelassenheits-Mantra, zum Beispiel „es geht mir gut und ich werde alles bekommen was ich brauche“  hilft bereits sehr, wenn du dies eine Woche lang ausprobierst. Dies kostet dich nur 10 Minuten am Morgen. Besonders empfehlenswert für mehr Gelassenheit im Alltag finde ich zudem Lachyoga, denn es hilft eine belustigte Sicht auf all die alltägliche Missgeschicke und Ärgerlichkeiten zu bekommen. (Über diese Praktik und ihre Auswirkungen werde ich in Kürze noch näher berichten. Fürs erste hilft die Info, sich die ärgerlichen Situationen des Tages noch einmal vorzustellen und bewusst herzhaft darüber zu lachen. Gerne auch in Unterstützung mit Freunden oder  dem Partner.)

Übungen für Mai: Vielleicht gibt es bei dir grade keinen „Notfall“ und du kennst deine eigene Inkonsequenz, dann möchte ich dir Übungen nennen, die du ja in diesem Mai einfach mal ausprobieren kannst. Gelassenheitsübungen um mehr bei dir zu sein. Tue etwas nur für dich: Nimm dir ein Bad, bekoche dich, lese ein gutes Buch oder tanze! Tue dir etwas gutes, nur für dich alleine. Fühle dich und deine Ruhe, deine Gelassenheit. Lass den Fernseher abends einfach mal aus. Gehe nicht ans Telefon und verabrede dich nicht mit einer Freundin, sondern mit dir selbst. Lass dich nicht ablenken von TV, Sport oder dem Internet, sondern sei in der Ruhe mit dir. Mir ist dies anfangs wirklich schwer gefallen, aber ich habe festgestellt, umso öfter ich dies bewusst gemacht habe, umso leichter und besser gefiel mir die Ruhe, die Selbstbeschäftigung und die Zeit für mich.  Und umso gelassener wurde ich im Aussen.

 

Augen zu und tanzen

Wenn du magst, dann tanze nicht bloß in den Mai, tanze durch den Mai. Ich weiss dass dies für dich vielleicht merkwürdig klingen mag, aber es lohnt sich es auszuprobieren: die Glotze einfach mal aus zu lassen und zu deiner liebsten Musik abtanzen oder ruhigen Klängen mit geschlossenen Augen folgen. Dich dem Augenblick, der Situation widmen und es geniessen. Den Moment, ruhig und gelassen. Mehr braucht es dann auch nicht. Bewusste Gelassenheit ist für mich neben der Verliebheit eins der schönsten Gefühle. Und wir vergessen oft, wie einfach es doch ist uns selber in eine gelassene Stimmung zu bringen.

Ich wünsche Dir viel Gelassenheit im Umgang mit dir selbst und deinen Mitmenschen!

 

P.S.: Trage dich in meinen Newsletter auf der Startseite ein und du erhälst jeden Monat eine Glücksbotschaft von mir. Neben weiteren Gelassenheitsübungen gibt es hier auch Tipps und Denkanstöße für deinen Weg zum Glücklich sein.

 

Deine Steffi

von felicee-feeling.de

 

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12 comments

  • Lessly

    Hallo,

    dein Artikel hat mich sehr nachdenklich gemacht. Eigentlich stimmt es, warum immer Stress machen und sich über alles aufregen. Wie du ja schreibst, kann man eh nur einen Bruchteil selbst bestimmen.
    Ich finde den Artikel richtig gut geschrieben. Man sollte so manches davon beherzigen.

    Wünsche ein schönes Wochenende
    Liebe Grüße
    Lessly

    • Steffi

      Hallo Lessly,
      danke dir! Es freut mich, dass du dich in diesem Artikel wieder findest und wünsche dir für die Zukunft viel mehr Gelassenheit! 😉
      Liebe Grüße,
      Steffi

  • Jaimee

    Auf deinem Blog lernt man immer so viele interessante Sachen! Dass Papst Johannes XXIII sich mit der Gelassenheit beschäftigt hatte, wusste ich bisher gar nicht. Ein paar der 10 Punkte sollte man sich zu Herzen nehmen und gelassener werden!
    Schön geschrieben!
    Liebe Grüße
    Jana

    • Steffi

      Hallo Jana, was für ein schönes Kompliment, danke dir!
      Ich wünsche dir viel Spaß beim gelassener werden! 😉
      Steffi

  • Nicole

    Huhu..

    Du bringst es mit deinem Beitrag auf dem Punkt.
    Eigentlich merkt man es ja selber nicht, wie schnell man in wirklichkeit gestresst ist.
    Bei mir fängt es schon an, wenn ich Früh meine Tasche nicht gleich finde -,-, dabei ist die immer an den selben stellen hinterlegt 😉 Deine 10 Gebote sollte ich mir auf jeden Fall merken und mal das eine oder andere umsetzen..

    Ich habe mir jetzt angewöhnt, dass ich jeden Tag immer wieder mal 10 Minuten tief durchatme. Das hilft wirklich sehr gut. Früher (ok, vor ca. 4-5Jahren) habe ich auch noch getanzt. Am meisten beim Putzen.. Das hatte mir auch immer etwas geholfen, den stress hinter mir zu lassen.. Aber jetzt, da würde ich mir wohl irgendwie bissel Blöd vorkommen. Wobei du aber recht hast.

    Liebe Grüße
    Nicole

    • Steffi

      Hallo Nicole,
      ja, das kurze Durchatmen hilft auch um sich aus stressigen Situationen einfach mal rauszunehmen. Wenn du weisst, dass dir das tanzen geholfen hast, ist es vielleicht genau der richtige Zeitpunkt um wieder damit zu beginnen! 😉
      Liebe Grüße,
      Steffi

  • LomTro

    Ich habe Deinen Blog nun durch die Aktion zum ersten Mai gefunden und bin begeistert. Der kommt für mich zu einem Zeitpunkt im Leben, wo ich genau dieses Thema benötige. Ich werde nun in Ruhe Deinen Blog durchgehen und mir die Themen ganz genau durchlesen. Viele liebe Grüße LomTro

    • Steffi

      Hallo LomTro,
      danke dir! Dann hat die Aktionsveranstaltung ja wirklich was Gutes auf diesem Wege mit sich gebracht! 😉
      Viel Spaß beim weiteren Stöbern,
      Steffi

  • Jasmin

    Du hast das wirklich toll geschrieben, es ist aber wirklich so wie du sagst. Man regt sich viel zu schnell über Sachen auf, normalerweise sollte man einfach lockerer bleiben.
    Danke für deine Tipps. :)

    LG Jasmin

  • Bee

    Hallo Steffi,
    Jetzt bist du doch auch im Forum aktiv und ich war noch nie auf deinem Blog…. : )
    Sehr schöne Ausführung zum Thema Gelassenheit. Von Natur aus bin ich eher sehr emotional und kann dabei auch aufbrausend sein. Gelassenheit habe ich gelernt, allerdings bin ich kein rundum gelassener Mensch. Ungeduld konnte ich nur teilweise bekämpfen und es gibt Situationen, da muss ich meinen Unmut über etwas einfach rauslassen, dann geht’s mir auch gleich besser. Gelassenheit gelingt mir sehr im täglichen Umgang mit anderen, ich kann sehr gut Kritik einstecken und auch andere Menschen so nehmen, wie sie sind.
    Sehr gelungen.
    Liebe Grüße, Bee

    • Steffi

      Hallo Bee,
      Gelassenheit und Ungeduld stehen sich häufig im Wege. Daran knacke ich auch am meisten!
      Ja bisher nur im Forum über den Weg „gelaufen“, aber vielleicht ja am Sonntag beim Bloggertreffen in Köln dann persönlich! 😉
      Liebe Grüße,
      Steffi

  • Elli

    Vielen Dank für die Tipps, ich werde versuchen, ein paar davon zu beherzigen, denn ich gehöre leider nicht zu den gelassensten Menschen auf dem Planeten, auch wenn es mit dem Alter immer besser wird :)

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