Happiness

Glückstipp #3: Führe ein Glückstagebuch – in 3 Wochen raus aus dem grauen Alltag

Tagebuch führen ist für einige erst einmal eine abschreckende Angelegenheit. Daher kurz vorab: keine Sorge ein Glückstagebuch ist nicht die Art von Tagebuch die du dir vielleicht grade vorstellst.

Von Pechsträhnen und Unglücksphasen

Kennst du die Tage im Leben in denen einfach alles, und ich meine ausnahmslos alles kacke läuft? Das fängt damit an, dass man morgens ne halbe Stunde verschläft, die Kaffeemaschine streikt, das Brot schimmelig ist, das Rad einen Platten hat, der Regenschirm für den Fußmarsch zum Büro nicht auffindbar ist (hallo? Es ist Frühling, warum regnets?), der Büroschlüssel zu hause auf dem Esstisch schlummert, die Kollegin krank ist und der Rechner, wie so oft in den letzten Tagen mehrfach täglich abstürzt. Natürlich bevor man die grade bearbeitete Datei zwischenspeichern konnte. Die 32 darauf folgenden Büroalltag-Email-Chef-Nervaufgaben-Katastrophen mal unberücksichtigt.

Dann geht es weiter damit, dass das für den Abend geplante Date ohne triftigen Grund absagt, der Ex mit seiner Neuen auf dem Bildschirm grinst (danke Facebook!) und die Freundin zig Kilometer weit weg mit einem Cocktail in der Hand an einem Sandstrand liegt (danke Instagram!), während man selber grade mal nichts anständiges zu hause hat und sich mit Kranwasser und einer Woche alten Chips den Abend auf der Couch vertreibt – natürlich ohne halbwegs annehmbares Fernsehprogramm. Schön, dass ich mir soeben beim Egopimpen auf der Sonnenbank das Gesicht verbrannt habe, der Krampf in der Wade nach dem Joggen leider nicht einfach so verschwinden will und meine neu gekaufte Frühlingshose (´soll ich, soll ich nicht, ist doch viel zu teuer´) einen nicht wieder entfernbaren Ölmatschefett-Fleck hat.

Natürlich behält in solchen Situationen niemand beste Laune! Ausser vielleicht den Glücklich-Körperzellen-Klatsch-Tänzern. Gegen solch geballte Ansammlung von Katastrophen gibt es leider kein legales Rezept, aber glücklicherweise kommen diese allumfassenden Katastrophen nur sehr sehr selten vor.

Denn hurra! Es gibt noch die anderen Tage! Und die sind leider viel viel häufiger. Da kommt nicht alles auf einmal, sondern nur ein paar der oben aufgeführten Dinge oder auch einfach ganz viele andere kleine Katastrophen. Aber sicherlich kennst du dies und kannst bestätigen, dass auch ein paar kleine Katastrophen schon ausreichen um einen ganzen Tag zu versauen.

In Lebensphasen in denen wir zweifeln, mit uns hadern, unglücklich sind, scheinen wir alles Schwierige und Blöde magisch anzuziehen. Dabei vergessen wir aber, dass es sehr oft zig Situationen im Alltag gibt, die schief laufen, nur fallen sie sonst nicht so ins Gewicht.

An einem „normalen“ Tag, ärgern wir uns wenn wir die halbvolle Tasse Kaffee quer durch die Küche schütten oder wir Zahnpasta auf das grade angezogene Top schmieren. Aber dann wischen und wurschteln wir halt ein wenig und wechseln die Kleidung. Punkt.

An den „unnormalen“ Tagen, die vermehrt in den schwierigen Lebensphasen auftauchen, fühlen wir uns hingegen von all den Flüchen der Welt verfolgt. Da wir uns ja eh mindestens zehn mal am Tag eingestehen, dass das Leben halt grade kacke und doof ist, passen die kleinen Missgeschicke irgendwie ins Gesamtkonzept des Universums, das grade einfach gegen uns ist.

Das Universum war monatelang gegen mich! Und Gott und die Welt obendrein noch dazu!

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Die Kunst des positiven Denkens lernen – mein Glückstagebuch

„Du musst einfach nur positiv denken. Dann wirst du Positives anziehen!“

Das sagte mir meine Lilimü (Lieblingsmünchnerin). Aber wie fängt man das bitte an? Ich habe vor lauter Bäumen den Wald nicht gesehen. Vor lauter Missgeschicken, den zig kleinen Katastrophen, das eigentlich noch Gute in meinem Leben nicht erkannt.

Lilimü empfahl mir hierzu einfach ein Glückstagebuch zu führen. Jeden Abend drei Dinge aufzuschreiben, was schön an diesem Tag war, was mich glücklich gemacht hat.

„Stelle dir einfach jeden Abend die Frage was ist gut in meinem Leben und worüber kann ich glücklich sein?“

Problem war nur, eigentlich war nichts an den Tagen schön. Nichts schönes ist passiert. Nichts!

Keine Gehaltssteigerung erhalten, kein halbnackter Traumprinz auf meiner Fußmatte, kein Lottogewinn und somit auch keine Cocktailbar auf Bali die auf ihre neue Besitzerin – mich – wartet.

Am dritten Abend fragte Lilimü ob ich auch brav mein Glückstagebuch führen würde. Frustriert alsgleich genervt sagte ich ihr die Wahrheit.

„Gabs kein leckeres Essen, dass du heute gegessen hast? Hat die Sonne geschienen? Bist du pünktlich aufgestanden? Schmeckte dir das Feierabendkölsch?“

Kurz nachgedacht konnte ich nur die Sonne für den heutigen Tag verzeichnen. Alles andere blieb kacke. Aber ich weiß, dass ich mich auf das Telefonat mit Lilimü gefreut hatte und ich das Päckchen, das bereits seit 2 Wochen bei der Post verschollen war und mich seitdem vier weitere Wutfalten gekostet hat, heute abgeholt habe.

„Ja, das sind doch schon drei Dinge, die reichen fürs erste.“

Und dann begann ich am nächsten Tag schon seit dem Morgen die Kleinigkeiten für meine Glücksliste am Abend zu sammeln. Mir fielen diese drei Dinge jeden Tag nämlich wirklich schwer. Aber umso mehr ich darauf achtete, was ich abends in mein kleines Büchlein schreiben könnte, umso mehr schöne Sachen fielen mir ein bzw. auf.

Nach einer Woche begann ich sogar schon zu priorisieren. Da spielte das schöne Sonnenwetter keine erwähnenswerte Rolle mehr. Viel besser gefiel mir das Küchengespräch mit meiner Kollegin aus der Buchhaltung. Die Vorfreude auf das neue Projekt. Die Einladung zu einer Party am Wochenende. Mein neu gekauftes Buch.

Und auch die kleinen Erfolgserlebnisse zählten auf einmal viel mehr, schließlich musste ich meine 3-Punkte-Liste ja jeden Abend füllen. Dass ich mich trotz Volltrunkenheit nicht nachts um drei bei meinem Ex gemeldet hatte; dass meine Freundin endlich wieder aus dem Urlaub zurück ist und wir zumindest telefonieren konnten; dass ich – trotz wochenlangem Frustessen – noch in mein Frühlingskleid vom Vorjahr passte.

Nachdem ich drei Wochen konsequent mein Glückstagebuch geführt hatte, ging mir dies tatsächlich in Fleisch und Blut über, denn ich sammelte seit morgens schon die schönen Ereignisse und so wurde meine abendliche Liste manchmal auch schon tagsüber raus geholt und die aufgezählten Glücksereignisse überstiegen die 10 Punkte-Marke.

Und ohne dass sich wesentliche Dinge in meinem Leben geändert hätten, schaffte ich es durch dieses Glückstagebuch meine Sichtweise auf meinen Alltag zu ändern. Und in dieser Zeit wendete sich zwar nicht die Gesamtsituation, aber der tägliche Frust wich Tag für Tag und Woche für Woche einem beschwingteren Alltagsgefühl. Natürlich schienen nicht von allen Seiten Regenbogenfarben, aber ich konnte meinen Blick wieder auf die Dinge wenden die wirklich nicht in Ordnung liefen und somit etwas fokussierter herausstellen, was mich an meinem Job so unzufrieden macht und was ich gegen das Alleine sein tun kann. Ich lies mich von den üblichen kleinen Katastrophen einfach nicht mehr ablenken und schaute auf die alltäglichen Kleinigkeiten, die mir Freude machen, die mir gelingen, schmecken, passen. Die mich glücklich machen!

Die großen Problemthemen musste ich natürlich trotzdem noch für mich lösen, aber ich begann mit einem kleinen und für mich sehr wichtigen Schritt: dem Glückstagebuch.

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Befreie dich von deinem grauen Alltag – zuerst in deinen Gedanken

Du kannst nicht unter einem Berg von Klamotten das tollste Outfit mit einem Griff herausziehen. Du musst dir erst die vielen einzelnen Teile anschauen, sie für gut und richtig befinden. Die ollen Plörren aussortieren und mit dem Rest kannst du dann dein ´Königin-der-Nacht-Dress´ kreieren.

Das Führen eines Glückstagebuchs ist ein kleiner aber wichtiger Schritt hierzu, um die großen Dinge bewegen zu können. Und um einfach mal Schwung und gute Laune in den drögen Alltag zu bringen.

Sieh` es als eine Art Frühlingskur, sozusagen ein Entgiften. Schmeisse die schlechten Gedanken raus und lasse viele frische und schöne Gedanken rein.

Ich verspreche dir, wenn du dies wirklich konsequent über drei Wochen machst, wird es dir helfen, das Glück wieder in deinen Alltag zu lassen. Und meist möchte man nach drei Wochen auch gar nicht wieder damit aufhören. Das Entgiften der Gedanken tagsüber und die kleine Glücksbelohnung am Abend können wirklich süchtig machen!

In Phasen wenn mal wieder gar nichts läuft, da zücke ich noch heute mein Büchlein und schreibe drei Wochen lang wieder meine drei schönsten Dinge auf.

In welcher Situation wir uns auch befinden, es ist immer möglich etwas Positives zu finden! Diese Einstellung ist wirklich nur eine Sache der Übung.

Denn denke dran:

Happiness is not a destination, it is a way of life!

Das Glücksgefühl ist kein Ziel, kein Endzustand zu dem wir wollen, sondern es ist das Gefühl, mit dem wir unser Leben, unseren Alltag füllen sollten.

Ich wünsche dir viel Spaß beim „Entgiften“ und jede Menge glücklicher Momente in deinem Alltag!

 

Deine Steffi

von felicee-feeling.de

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13 comments

  • Nicole

    Huhu..
    Interessante Idee. So ein Tagebuch, müsste ich auch mal machen.
    Zurzeit ist mein Alltag nicht Grau, sondern Schwarz vor Arbeit.
    Eine entgiftung wäre daher mal was tolles. Es gibt ja auch so tolle Glücksbücher. Bei denen für jeden Tag ein toller Spruch da steht und eine kleine Verwöhn aufgabe..

    Liebe Grüße

    • Steffi

      Hallo Nicole,
      grade in schwarzen Arbeitszeiten ein wirklicher Farbstreif am Ende des Tages!
      Und ich bin auch ein riesen Fan von Motivationssprüchen, wie man auch auf der Felicee-Feeling Facebook-Seite sehen kann. 😉
      Lieben Gruß,
      Steffi

  • Sabishii

    Danke, dass du das geschrieben hast, liebe Steffi!
    Du bist in dem Fall der beste Beweis dafür, dass eine, die ebenfalls „nichts Schönes „erlebt hat, es Schritt für Schritt schafft, doch etwas in das Büchlein zu schreiben. Weil sie das Schöne wieder sehen kann. Und so aus Kleinigkeiten Großes wird.
    Muss ich gleich mal bei Facebook teilen.
    Deine Lilimü :)

    http://www.time4achange.de

    • Steffi

      Danke Sabishii,
      auch für diese tolle Idee! Auch wenn es anfangs kurze Überwindung und Konsequenz bedeutet, hat mich dies, wie beschrieben, total nach vorne gebracht!
      Liebe Grüße aus Köln,
      Deine Lilikö

  • Jaimee

    Ich finde das auch eine schöne Idee! Manchmal übersieht man das Glück, das man hat, vor lauter Arbeit, Stress und Terminen. Ich schreibe zwar viel, aber die Regelmäßigkeit eines Tagebuchs könnte ich glaube ich nicht durchhalten! Aber eine schöne Idee! Und deine Fotos zum Beitrag gefallen mir auch sehr gut!
    Liebe Grüße
    Jana

  • Marie

    Huhu,
    So ein Glückstagebuch ist eine coole Idee! Vorallem wenn mal gerade absolut alles schief läuft. Zum Glück ist das bei mir gerade nicht der Fall aber ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen… ^^ *klopft auf Holz*
    Trotzdem werd ich’s mir merken! Sozusagen für „schlechte Zeiten“ 😉

    By the Way: Ich mag deine Art zu Schreiben! :)

    Liebe Grüße von Marie // https://fotografieable.wordpress.com

    • Steffi

      Hallo Marie, vielen Dank!
      Geniesse es, dass es dir so gut geht und es ist immer wichtig ein paar Rezepte im Notfallkoffer zu haben! 😉
      Liebe Grüße und weiterhin alles Gute für Dich,
      Steffi

  • Christine-Claudia Fischer

    Das mit dem Glückstagebuch ist ja echt eine tolle Idee. Für mich zwar nichts, da ich ein sehr positiv eingestellter Mensch bin, der in allem etwas gutes sieht. Auch wenn die Kinder mich mal wieder an den Rand des Wahnsinns bringen, sehe ich darin immer noch was Gutes (Ja, sie lernt gerade sich durchzusetzen… 😉 ). Aber dein Bericht öffnet einem einmal mehr die Augen, dass auch die kleinen Dinge im Alltag schön sind.
    Liebst, Christine

    • Steffi

      Liebe Christine,
      du hast Glück, du bist anscheinend schon sehr gut trainiert. Und ja, es hilft tatsächlich seinen Fokus auf die kleinen schönen Dinge zu legen und dabei die großen Unschönen für einen Moment aus dem Mittelpunkt zu schieben.
      Viele Grüße, Steffi

  • Christina

    Liebe Steffi,

    ein wirklich inspirierender Beitrag, vielen lieben Dank dafür! Ich habe vor kurzem eine Liste mit ‚Dingen‘ angelegt, für die ich dankbar bin und immer wenn ich drauf schaue oder sie ergänze, muss ich automatisch lächeln. Wenn man es sich wirklich auf Papier vor Augen führt, wird viel deutlicher, dass es viele Dinge gibt, die einen glücklich machen!

    Ich freue mich, dass ich deinen Blog beim Blogger Kommentiertag gefunden habe und werde sicher öfter bei dir vorbei schauen!
    Herzlichst,
    Christina

    • Steffi

      Hallo Christina,
      eine Dankbarkeitsliste ist ebenfalls eine tolle Idee und erfüllt letztlich einen ähnlichen Sinn und Wirkung wie das Glückstagebuch, wenn auch mit einer veränderten Herangehensweise. Aber die Hauptsache ist doch, dass wir uns durch solch kleinen Instrumente schaffen auf die kleinen Dinge zu konzentrieren und uns damit auch glücklich zu machen. Weg von den schwierigen Alltagssituationen.
      Liebe Grüße,
      Steffi

  • Lisa

    Das ist wirklich ein sehr schön geschriebener und vor allem inspirierender Post!
    Werde mir gleich mal in meinem Kalender eine Spalte einrichten, um mein Glückstagebuch zu führen. Vielleicht hilft es was. Sich einfach auf die kleinen Dinge zu konzentrieren, die glücklich machen. Wir sind auch einfach wirklich viel zu verwöhnt in der heutigen Welt… und vergessen das Wesentliche viel zu schnell.

    LG Lisa

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