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Was wirklich neue Energie bringt – Stoffwechselkur vs. Hamburg

In meinem Beitrag zum Feeling des Monats berichtete ich ja bereits darüber, dass ich eine Stoffwechselkur gemacht habe.

Als kurze Erklärung was genau eine Stoffwechselkur ist:

Die Kur aktiviert den Stoffwechsel. In 21 Tagen wird der Körper gereinigt, entgiftet, entsäuert und saniert. In der Kur wird die Ernährung umgestellt und der Fettverbrennungseffekt erhöht. Zudem werden Zusatzpräparate u. a. zur Energieaufladung der Körperzellen eingenommen.

Die Stoffwechsel-Spaßbremsen-Kur

Ernährungsumstellung während der Kur bedeutet, dass hierzu besonders der Verzicht auf all die lebenswerten Dinge gehören: kein Zucker, kein Fett, keine Kohlenhydrate, kein Kaffee, kein Alkohol, kaum Kalorien, ergo absolut kein Spaß.

Es war wirklich eins der unlustigsten Dinge, die ich in diesem Jahr gemacht habe. Und ich stand erneut kurz vor der Fragestellung einfach alles hinzuwerfen. Denn eins habe ich mir in meinem Umbruch im letzten Jahr versprochen: ich mache einfach nichts mehr, was nicht gemacht werden muss und dazu einfach überhaupt gar keinen Spaß macht. Ich hab mich schon so oft mit unlustigen Dingen selbst diszipliniert, versucht mir selber Durchhaltevermögen zu beweisen und darunter echt gelitten, deshalb wollte ich mit dieser Kur nicht einfach dort weitermachen.

Aber da ich zum Einen viel Geld für die Zusatzprodukte bezahlt hatte und zum Anderen sehr laut kund getan habe, dass ich den Quatsch jetzt mache, kam ich nicht drum herum, dies irgendwie für mich durchzuziehen.

Ja und was soll ich sagen, ich habs durchgezogen. Mit einigen Kompromissen, um mich irgendwie noch bei Laune zu halten, aber die 21 Tage sind geschafft. Diese Kur werde ich wohl nie wieder tun. Sag niemals nie, es sei denn du bist dir wirklich sicher: Von daher NIE wieder werde ich diese Kur machen. Denn anstatt mir ganz viel neue Energie in meinen Stoffwechsel zu pumpen, hat sie Frust in mein Hirn geschossen.

Ich habe die angesetzte Kalorienzahl (max 500 pro Tag – und das ist echt schwer einzuhalten) regelmäßig überschritten. Ich habe Kaffee getrunken und ja, ich habe auch mal ein Bierchen getrunken. Der Rest hat jedoch weitgehend so geklappt und so kann ich sagen, dass sich mein Körper tatsächlich etwas frischer und besser fühlt – aber energiegeladener?!

Mein Hirn und meine Stimmung mussten anderweitig aufgepeppelt werden, Energie brauchte ich nämlich trotzdem noch.

Ausflug in ein anderes Leben

Ich hatte einen Lehrgang in Köln geplant. Dieser wurde leider sehr kurzfristig vom Institut aus abgesagt.

Nun hatte ich mich schon recht lange darauf vorbereitet und war daher wirklich enttäuscht, verärgert und genervt, denn somit sollte sich dieser Lehrgang für ein ganzes Jahr nach hinten verschieben. Es sei denn, ich mache diesen in Hamburg, denn dort seien noch Plätze frei.

Aber eigentlich kam dies für mich gar nicht in Frage, denn für mich war in diesem Moment ein Lehrgang in Hamburg so weit entfernt wie ein Hilfsprojekt in Südafrika. Dann kommt jedoch diese Leichtigkeit dazu, die nur ein Mensch von Aussen, mein Tapas-Freund, rein bringen kann „Aber dann fahre doch nach Hamburg und mache es dort!“ Er sah hierin kein Hindernis, sondern vielmehr einen besonderen Reiz.

Nach einer Nacht drüber schlafen stand für mich fest, dass ich nach Hamburg fahren werde.

Unterkunft und Hinfahrt waren recht schnell organisiert. Ich hatte ein Untermietzimmer in einer WG gebucht, eine Mitfahrgelegenheit arrangiert und zu hause alles für die Hamburger-Zeit koordiniert. Die Zeit hierfür hatte ich ja eigentlich eh schon verplant, nur halt in Köln und nicht in Hamburg.

Hamburg

Los gehts: Abenteuer Hamburg

Die Hinfahrt war schon ein einmaliges Erlebnis. Denn wie in meinem Beitrag zu den Bekannten beschrieben, stiess ich genau auf die Menschen, die mir grade taugten. Zwei der Mitfahrer kamen grade von ihren Flitterwochen in meinem angestrebten Reiseland Thailand und konnten mir super Tipps zu den Do´s und Dont´s geben. Der Fahrer war ein aufgeschlossener und ehrlicher Mensch, der sich ebenfalls in einer Umbruchphase befindet und somit hatten wir auch nach der Fahrt noch sehr hilfreichen Kontakt.

In Hamburg fand ich mich dann in einer gemütlich, chaotischen Hamburger Altbauwohnung wieder und genoss die WG-Küche mit meinen neuen flippig, bunten und überdreht netten Mitbewohnerinnen. Die beiden führen die unkonventionellste Liebesverbindung, die ich bislang gehört habe. Und für mich, die den konventionellen Zwängen der Ursprungsheimat mit wehenden Fahnen entflohen ist, war das wirklich ein freies Durchatmen, neue Lebensformen so hautnah kennenzulernen.

In meinem Lehrgang stiess ich auf eine fantastische Ausbilderin und Teilnehmer, die diesem eigentlich sehr nüchternen Thema zur Tanzpädagogik (inklusive Anatomie, Bewegungsabläufe und co.) über die nächsten Tage eine besondere Tiefe und Emotionalität verliehen haben, wie ich sie mir nicht hätte wünschen können. Pausen-Gespräche, Motivation und Unterstützung haben diese Menschen in kurzer Zeit zu wertvollen Wegbegleitern für mich gemacht.

Hamburg

Das Leben ist schön, wenn du Zeit hast deine Facebook-Freunde im wahren Leben zu treffen

Social-Media sei dank wurde auch meine Freizeitgestaltung alles andere als langweilig. Denn auch wenn ständig über diese neue Medienwelt geschimpft wird, sie hat auch fantastische und unersetzliche Vorzüge.

Mein Facebook-Post darüber, dass ich nun kurzfristig in Hamburg bin führte dazu, dass sich Bekannte bei mir meldeten, die ich bereits seit 10 Jahren nicht gesehen hatte. Die eine kannte ich von einem meiner ersten Arbeitgeber, die andere vom Studium.

Und wie ich bereits in meinem Glückstipp geschrieben habe, kann man dank Social-Media-Kanälen auch in fremden Städten schnell Anschluss finden. Also bin ich der „Neu in Hamburg“-Facebook-Gruppe beigetreten und habe einen sehr unterhaltsamen Abend in der Schanze verbracht und jede Menge neuer, spaßiger Leute kennengelernt.

Kurz: Ich habe mich sauwohl gefühlt und bin trotz einem sehr anstrengenden und erfolgreich abgeschlossenen Lehrgang voller Energie und Lebensfreude heim gefahren.

Zugegeben, das klassische Sightseeing ist leider völlig zu kurz gekommen. Reeperbahn, Tierpark, Museen und co. habe ich alle ausgelassen und stattdessen einfach das Leben einer kleinen Kurzzeit-Hamburgerin geführt. Mit meinem eigenen kleinen Nestchen und spannenden neuen und alten Kontakten.

Zukünftig werde ich jedwede Lehrgänge versuchen in anderen Städten wahrnehmen. Und zur Aufladung deiner Energien kann ich dir dies nur wärmstens empfehlen.

Über airbnb.de kannst du günstig überall kleine Zimmer buchen, über Social-Media bist du mit vielen Bekannten, Arbeitskollegen und co. verknüpft und hast Möglichkeiten entweder alt bekannte oder neue Kontakte zu knüpfen und das ohne großen Aufwand.

Fakt ist, die Werbung führt uns viel zu oft an der Nase herum. Das lernen wir schon als kleine Kinder. Und trotzdem fallen wir zwischendurch auf Slogans wie „Mehr Energie und besseres Lebensgefühl“, so wie es auch die Stoffwechselkur vorher sagt, rein. Letztlich wissen wir selbst am besten was uns neue Energie gibt. Und wenn wir es noch nicht wissen, macht es unglaublich viel Spaß dies heraus zu finden. Ich habe meine Batterien selten so intensiv aufgeladen gefühlt, wie nach diesem kleinen Ausflug in ein völlig anderes Leben. Diese Energie macht glücklich!

Hamburg

Merke I: Es müssen nicht immer die innovativsten Reiseziele sein, hier ums Eck warten jede Menge Abenteuer und tolle Menschen auf uns. Anstatt viel Geld für Kur-Präparate zu bezahlen, einfach zukünftig in einen Aufenthalt in einer völlig fremden Stadt investieren und für kurze Zeit in ein anderes Leben eintauchen.

Merke II: Wenn die Dinge nicht so kommen, wie wir sie uns wünschen, kommen sie so wie sie besser für uns sind. Denn obwohl durch die Absage des Lehrgangs in Köln augenscheinlich alles so blöde und schwierig startete, zeigte sich, dass mein Hamburg Aufenthalt wirklich eine meiner schönsten Zeiten in diesem Jahr waren. Aber da wusste ich auch noch nicht was mich in München erwartet! 😉

Deine Steffi

von felicee-feeling.de

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6 comments

  • Yvonne

    Interessantes Thema die Stoffwechselkur.
    Glaube ich würde die nicht durchhalten.
    Respekt, dass Du Sie, auch wenn mit kleinen Abweichungen, gemacht und durchgehalten hast.

  • Melissa

    Da muss ich mich anschließen, ich glaube dafür hätte ich auch nicht den Willen das Durchzuhalten. Aber wo ein Wille ist, da ist ja bekanntlich auch ein Weg 😉

  • Wonderful.Moments

    Ich bin ja auch immer bereit mit meinem Körper etwas neues auszuprobieren. Ich werde demnächst einen Tag eine Saftkur machen.
    Allerdings empfinde ich eine Kalorienanzahl von 500 als extrem wenig und gefährlich!
    Das schadet dem Stoffwechsel meiner Meinung eher.

    • Steffi

      Hallo, nun dafür nimmt man relativ viele Ersatzpräparate, um den Ernährungsausgleich zu den 500 Kalorien zu bekommen. Grundsätzlich gebe ich dir aber recht, man sollte nie einfach nur seine Ernährung komplett runter fahren, das ist gefährlich und schadet mehr, als es hilft. Saftkur klingt echt lecker! Wünsche dir mehr Spaß dabei, als ich hatte! :)
      Lieben Gruß,
      Steffi

  • Jaimee

    500 Kalorien finde ich auch sehr wenig. Das ist auch schwer durchzuhalten, denke ich mal! Ich habe eine ganze Weile lange versucht 800 nicht zu überschreiten und das war schon schwer genug :)
    PS: In Hamburg war ich auch mal :)

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