Ich mach mein Ding

Ich mach mein Ding – wie der lauteste Zweifler leise wird

 

 

„Ich mach mein Ding! Egal was die andern sagen!“

So oder so ähnlich habe ich es schon hunderte Male aus Mündern von vermeintlich primitiven (und häufig pornös gekleideten) Talkshowgästen in den 90ern, Punks aus Streetreportagen und Unsympathen einer jeden Party gehört. Nicht einmal fand ich dies beneidenswert, sondern eher irgendwie bemitleidenswert. Diese hohlen, aufgeblasenen Phrasen auf denen meist ein lautes Klatschen der Menge oder ein bewunderndes Schweigen folgt. Pffft, mich nervt sowas.

Und dann: dieses Lied auf den Lippen pfeifend, mit Kribbeln in der Brust und Wärme im Bauch bin ich neulich durch die Duisburger Innenstadt gelaufen. Nachdem ich den Workshop #blogdichglücklich von blogpotential besucht hatte. Dieser Gedanke, dass ich einfach erstmal nur noch die Dinge mache, die ich machen möchte und nicht mehr fremdgesteuert, nicht mehr genormt werde. Ich fühlte mich so frei und so unbeschreiblich gut.

Die Wahrheit ist: sein Ding zu machen ist echt nicht leicht. Sei es eine ungewöhnliche Reise planen, eine Trennung vom Partner oder ein beruflicher Neuanfang. Der Gegenwind ist unfassbar hart. Die Zweifler, die Kritiker und diese vor allem aus dem engsten Kreise. Freunde, Eltern, jeder meldet plötzlich seine Bedenken an und möchte „nur kurz darauf hinweisen“… „nicht dass es später heisst, ich hätte nichts gesagt“….

Und aufgrund meiner anerzogenen Höflichkeit und der Unwissenheit, bedanke ich mich für die unaufgeforderten Ratschläge, verstricke mich in Erklärungen. Doch eigentlich, da denke ich mir `ich weiss was ich tue, ich vertraue mir!` Und diese Erkenntnis hat viele Wochen gedauert. Meine innere Wut über all diese Zweifler wird immer größer. Es erinnert mich an rebellische Teenagerzeiten. Ich ermahne mich selbst, alles nicht so schwer zu gewichten, man möchte ja schließlich nur mein Bestes und die Anderen sind dieses unkonventionelle Handeln nicht gewohnt von mir. Ich kann ihnen die Sicherheit und die Erklärung für mein Verhalten, meine Veränderung einfach grade nicht geben. Aber ich weiss, so gut und so sehr ich selbst, habe ich mich sehr lange nicht gefühlt. Ich mach mein Ding! Das was mir liegt, das was ich schon immer tun wollte, was zu mir passt, was mich bekräftigt.

Mich braucht hierbei niemand verstehen, mir nach dem Mund reden oder mit überzogenen Komplimenten nach mir werfen. Glaubt an mich und vertraut mir – mehr brauche und mehr möchte ich nicht.

Wow, taff! Zack-boom-läuft!

Ich mach mein Ding

Olles Hansengedicht von Peter T. Schulz, www.petertschulz.de

 

Vom Rumhampeln und Selbstmitleid

Und dann vergehen ein paar Tage. Ich spüre förmlich wie sich meine Rebellfahne auf Halbmast zieht. Wie sich Unbehagen, Bedenken und Unsicherheit breit macht. Wie mein stolzer Demo-Gang zum Schlurfschritt wird. Und ich selbst plötzlich zu meinem größten Zweifler werde. Ich sitze mit meinem Tapas-Freund zusammen und auf seine Frage hin, wie es so laufe mit meiner Glückssuche, meinem Wunsch zu schreiben und weiteren Ideen und Zukunftsplänen, erkläre ich ihm sehr ehrlich, dass all dies gar nicht so einfach ist. Dass ich zwar viele Ideen habe, aber auch nicht so wirklich weiß, wie sich diese umsetzen lassen; dass das alles gar nicht so ohne ist und mein „Pfeifen auf den Lippen“ leiser wird… Und ich erwische mich dabei wie ich unsicher werde, mein größter Kritiker bin und somit nun auch mein größter Zweifler. Und auch meinem Tapas-Freund fällt dies auf. War ich doch noch vor vier Woche so euphorisch, so überzeugt, so sicher, dass all das genau richtig für mich ist.

Und dann braucht man entweder eine gute Selbstmotivation, die aber aufgrund der fehlenden Überzeugung manchmal eher im Keller tanzt. Oder einen guten Tapas-Freund, der den Udo auf die Bühne holt und mich zurück zu ihm ins Rampenlicht schubst. Denn eine Veränderung ins Unbekannte, eine weite Reise, eine Trennung nach langer Zeit, all das erfordert einfach immer sehr viel Mut, viel Kraft und vor allem Selbstüberzeugung. Aber es fällt nicht leicht von einer Sache, die bislang weder erfolgreich ist, noch tatsächlich wirklich los ging auch überzeugt zu sein. Sich in Theorien zu suhlen, ohne die Praktiken zu durchleben und sich von kleinen Rückschlägen und großen Zweiflern nicht völlig einschüchtern zu lassen.

Plötzlich stellt mein Tapas-Freund all das was ich in den letzten Wochen gemacht und gesagt habe in Frage. Rumhampeln und Selbstmitleid führen zu Unglaubwürdigkeit und Erfolglosigkeit. Und wer sein Leben so ausrichtet, dass er nicht auf die Schnauze fallen kann, muss auf dem Bauch kriechen!  Das sitzt! Mit diesen für mich harten und sehr ehrlichen Worten werde ich irgendwie aufgerüttelt. Mein rebellischer Teenager meldet sich zu Wort und schimpft darüber, dass all dies sicherlich nicht umsonst war und ich sehr wohl einen Plan, als auch eine eigene Überzeugung habe. Und es dauert keine 10 Minuten und ich finde zu meiner alten Form zurück. Den Durchhänger der letzten Tage verbiete ich mir nun ab sofort! Ich setze mir als Ziel endlich mit dem Rumhampeln aufzuhören.

Und es wirkt! Sobald die kleinsten Bedenken und Zweifel aufkommen, sage ich mir „Ganz oder gar nicht“. Ich dulde keine Selbstkritik. Zumindest nicht im Moment. Jetzt muss ich erst einmal anfangen und die Pläne leben, die ich geschmiedet habe.

Mittlerweile pfeiffe und tanze ich wieder zu meinem Ding. Und auch wenn es nicht immer leicht fällt, Andere von mir und meiner Euphorie, meinen Vorhaben zu überzeugen, so versuche ich doch beim kleinsten Zweifel, von Anderen oder von mir selber ganz laut zu grooven „Ich mach mein Ding! Egal was die andern sagen!“

Und ich werde dies so laut und solange tun bis auch die Zweifler übertönt sind. Und der größte, der eigene Zweifler stumm wird.

Solltest du auch an den ein oder anderen Tagen von Zweifeln begleitet werden, dann probiere es einfach mal aus. Verbiete dir selbst deine Zweifel, deine eigene Kritik. Stelle dich und deine Ziele nicht in Frage. Ignoriere deine eigenen Bedenken und rocke statt dessen deine Bühne!

 

Notiz an mich: Nur wenn ich selber an mich und meine Vorhaben glaube, kann ich auch Andere davon überzeugen.

Notiz an die Welt: Mein Ding machen geht einfach leichter, wenn man Freunde hat, die die Musik deines Herzens wieder auf volle Lautstärke drehen.

 

Deine Steffi

von felicee-feeling.de

 

 

 

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6 comments

  • Janine

    „Mein Ding“, wie du es so schön beschreibst, ziehe ich tatsächlich bereits seit Jahren durch. Ich habe mich in diesem Punkt noch nie beirren und äußere Einflüsse im Nu abprallen lassen. Ob ich damit allerdings langfristig voran komme, wird sich in naher Zukunft zeigen..dennoch ist es eine wirklich wichtige und bedeutungsvolle Botschaft, die sich viele zu Herzen nehmen sollten.
    Danke für den sehr aussagekräftigen Bericht :)

    und einen schönen Start ins Wochenende!
    Janine

    • Steffi

      Ach das ist toll, Janine!
      Ich drücke dir die Daumen, dass es erfolgreich bleibt und du somit weiterhin motiviert!
      Lieben Gruß,
      Steffi

  • Sabishii

    Super! Sprichst mir aus dem Herzen und packst es dabei in so wundervolle Worte, geschmückt mit so tollen, lustigen und bildhaften Vergleichen. Es macht wirklich Spaß deine Beiträge zu lesen, zumal man sich immer ein Stück weit damit identifizieren kann. Freue mich auf mehr!

    • Steffi

      Danke, Sabishii!
      Ich freue mich immer wieder, Menschen anzusprechen, denen es genauso geht!
      Das motiviert mich sehr!
      Lieben Gruß,
      Steffi

  • Jasmin

    Sehr toller Post, ich finde es wichtig das man das macht was man selber möchte und nicht was andere wollen.
    Man sollte einfach sich selber Treu sein.

    LG Jasmin

    • Steffi

      Danke Jasmin, ja damit hast du recht. Sich selber treu bleiben ist auch sehr wichtig.
      Wobei eine eigene Untreue, einfach mal Dinge tun, die man sonst nicht machen würde, auch sehr erfrischend sein kann!
      LG Steffi

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